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»Also meine Mutter hat mich bei meiner Geburt zur Welt gebracht, und Gott hat mir in der Taufe noch einmal das Leben geschenkt«, faßt Corinna im Jugendbibelkreis zusammen; »wie ich zu meiner Familie und auf diese Erde gehöre, so gehöre ich nun auch zu Gott und seiner Welt. Ohne Taufe läuft da gar nichts, oder?« - »Genauso wenig, wie du leben könntest, hätte deine Mutter dich nicht zur Welt gebracht«, sagt Alex, der Vikar. »Aber«, meint nun Tobias, »das kann's doch noch nicht sein. Ich meine, wenn ich zu Gott gehöre, das ist doch mehr als nur irgendein Datum in meinem Leben. Ich kann mich ja nicht mal an meine Taufe erinnern.« - »Aber an deine Geburt schon, was!?« wirft Corinna lachend ein. »Die Taufe ist wie die Grundausstattung. Du wirst Gottes Kind, bleibst aber nicht dir selber überlassen. Das ist nach der Geburt durch deine Mutter formuliert: Taufe ist eine zuvorkommende, unseren eigenen Entscheidungen vorgeordnete Gnade sind wir Glieder an seinem Leibe geworden! Seine Liebe und Barmherzigkeit steht über allem! Seit Anbeginn der Welt! Und sie ist alle Morgen neu! Bürge dafür ist Jesus Christus! Der auf unsere Heilige Taufe zutreffende Satz unserer Andacht erfährt eine Ergänzung bei Jesaja 43 Vers 1: »Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein!«

Barmherziger Gott und Vater: Bewahre uns und alle,
die zur Heiligen Taufe gerufen und gebracht worden sind, bei der empfangenen Gnadengabe, damit wir einst das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfangen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.                                (Armin-Ernst Buchrucker)


Unter der Vielzahl der Sonntage nach Trinitatis sind einige, die aufgrund ihrer Lesungen vermuten lassen, daß sie seit Jahrhunderten von einem bestimmten Thema geprägt sind. Dazu gehört der heutige 6. Sonntag nach Trinitatis. Sein Thema ist unsere Heilige Taufe. Im Normalfall sind wir als Kinder getauft worden, in der Regel im Säuglingsalter. Wir hatten also nichts Eigenes vorzuweisen als Voraussetzung für den Empfang unserer Taufe: weder Verdienste, noch erkennbare Trefflichkeit unseres Charakters und unserer Lebensführung ! Sogar die Zusage zum Glauben an den Dreieinigen Gott und den Ausdruck unseres Willens, getauft zu werden, um zu geretteten Kindern Gottes in Jesus Christus zu werden, haben unsere Paten stellvertretend für uns ausgesprochen! Damit wurde dokumentiert, daß wir allein durch Gottes Liebe und Gnade von ihm angenommen wurden! Noch klarer formuliert: Taufe ist eine zuvorkommende, unseren eigenen Entscheidungen vorgeordnete Gnade sind wir Glieder an seinem Leibe geworden! Seine Liebe und Barmherzigkeit steht über allem! Seit Anbeginn der Welt! Und sie ist alle Morgen neu! Bürge dafür ist Jesus Christus! Der auf unsere Heilige Taufe zutreffende Satz unserer Andacht erfährt eine Ergänzung bei Jesaja 43 Vers 1: »Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein!«

Barmherziger Gott und Vater: Bewahre uns und alle,
die zur Heiligen Taufe gerufen und gebracht worden sind, bei der empfangenen Gnadengabe, damit wir einst das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfangen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.            (Armin-Ernst Buchrucker)


Dieses Wort des Propheten Daniel zeigt uns, daß wir Menschen das Entscheidende nicht tun, sondern empfangen. Dasselbe sagen uns auch die Seligpreisungen aus der Bergpredigt Jesu - das Evangelium zum 1. November, zum Gedenktag der Heiligen. Was ein Mensch von Gott empfängt, das ist ein ewiger Besitz. Und Heilige sind nur deshalb Besitzer, weil sie Empfangende sind. Gott ist dann auch nicht kleinlich, wenn er solche Heilige vor sich hat: Die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen. Halten wir uns vor Augen, in welch einem Zusammenhang diese feierlichen Worte fallen: Daniel schaut in einem Traum die Folge der Weltmächte in der Gestalt von verschiedenen Tieren. Sie steigen aus dem unruhigen Meer auf - aus dem aufgewühlten Chaos unserer Menschheitsgeschichte. Die Begabungen und Kräfte der Menschen konzentrieren sich und nehmen Gestalt an in Machtzentren, die die Welt um sich herum beherrschen und beeinflussen. Das sind die scheinbar übermächtigen Reiche dieser Welt. Doch dieser grauenerregende Traum zielt darauf, daß alle Reiche vor Gott erscheinen und von ihm ihr Urteil empfangen. Ein Tier nach dem anderen verliert seine Macht, aber am Ende erscheint nicht ein neues Über-Tier, sondern ein »Menschensohn«. Dieser ist nicht das Endresultat des gewaltsamen Durcheinanders auf der Erde, sondern er kommt »mit den Wolken des Himmels«, und Gott bestimmt ihn zum Erben. Wir heute sind Teil von diesem Gewühl, das wir nicht überschauen. Wir eilen, oft ohne es zu merken, auf das endgültige Urteil Gottes zu. Wer nicht im Nichts verschwinden will, der muß zu diesem Menschensohn gehören, seine Hoffnung nicht auf die Mächte dieser Welt setzen, sondern abwarten und das Reich durch ihn und mit ihm empfangen.
Lieber Gott, dein Wort bringt Licht in die große Geschichte von uns Menschen. Laß das Reich des Menschensohns Jesus Christus zu uns kommen. Amen.
(Johann Hillermann)

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